„Ich habe schon überlegt, mir so ein Spray anzuschaffen…
…oder einen Selbstverteidigungskurs zu besuchen…”
Auch wenn Selbstverteidigungssprays das Gefühl von persönlicher Sicherheit erhöhen können, sind sie nicht unproblematisch, da in größerer Nähe oder bei Gegenwind die Gefahr besteht, selbst getroffen zu werden. Dies gilt für alle Waffen: sie können gegen die Person gewendet werden, die sie einsetzt.
Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse zielen dagegen darauf ab, Gefahrensituationen zu erkennen, eigene auch körperliche Stärken zu erleben und einfache Techniken zu erlernen, die es ermöglichen, einen Angreifer so außer Gefecht zu setzen, dass eine Flucht möglich ist.
„Was kann ich tun, wenn ich bedroht werde? Bei der Polizei meinten sie, sie könnten erst eingreifen, wenn etwas konkretes passiert.”
Es ist auf jeden Fall sinnvoll trotzdem Kontakt zur Polizei aufzunehmen, um abzuklären, wo die nächste Polizeidienststelle liegt und wie schnell von dort Hilfe zu erwarten ist, sollte es zu einer konkreten Gefahrensituation kommen. Dazu kann die 110 oder die Nummer der Polizeidienststelle ins Handy eingespeichert werden, um schnell reagieren zu können.
Darüber hinaus kann es darum gehen, alle Situationen, in denen eine Bedrohung möglich ist, durchzuspielen und zu überlegen, wie sie sicherer gemacht werden können. Dazu gehört vor allen Dingen der Schutz durch Öffentlichkeit oder andere Menschen durch Absprachen mit KollegInnen, FreundInnen oder Nachbarn, darüber wie sie sich in einer möglichen Gefahrensituation verhalten (Polizei rufen, Hilfe holen etc.).
Sinnvoll ist es auf jeden Fall auch, Beweise für die Bedrohung zu sammeln und die Möglichkeiten, zu einer Anzeige und einem Antrag nach dem Gewaltschutzgesetz zu prüfen.
„Mein Horror ist immer, dass ich in Gefahr bin und niemand etwas merkt oder mir hilft.”
Mittel, um auf eine Gefahrensituation aufmerksam zu machen, sind
Um die Identifikation zu erhöhen und vorhandene Hemmungen zu überwinden, ist es sinnvoll, sich direkt an eine Person zu wenden und möglichst konkrete Anweisungen wie Rufen Sie die Polizei!
zu geben.
Mehr Handlungsmöglichkeiten bei Rechtliche Informationen
„In der Schwulenzeitschrift hatte ich bereits von ähnlichen Fällen gelesen, ich war deshalb nicht völlig überrumpelt und konnte mich besser zur Wehr setzen.”
Aus der Anti-Gewalt-Bewegung sind eine Vielzahl von Strategien entstanden, um gegen TäterInnen vorzugehen und weitere Übergriffe zu verhindern. Das sind zum Beispiel: