…die schwule Männer erlebt und beschrieben haben, wurden unter Veränderung der Namen und wenn nötig durch Veränderung der Situation anonymisiert.
Situationen mit…
Arndt vermeidet an seinem Arbeitsplatz alles, was dazu führen könnte, dass er als schwul goutet wird. So reagiert er allergisch, wenn ihn sein Partner oder schwule Freunde an seinem Arbeitsplatz anrufen oder ihm private Mails schicken und vermeidet alle Gespräche, die Aufschluss über sein Privatleben geben könnten.
Frank und Bernd geraten häufiger in Streit, wenn es darum geht als schwules Paar in der Öffentlichkeit aufzutreten. Während Frank auch mal gerne Hand in Hand mit Bernd durch die Fußgängerzone laufen würde und den Wunsch hat, ihn spontan zu küssen, ist Bernd meist zu angespannt, um dies genießen zu können. Er befürchte von Geschäftspartnern erkannt oder dummen Sprüchen von Halbwüchsigen ausgesetzt zu sein. Er beschränkt Zärtlichkeiten deshalb lieber auf die Privatsphäre.
Peter ist einigen KollegInnen am Arbeitsplatz gegenüber geoutet anderen nicht. Er ist sich immer unschlüssig darüber, wie er reagieren soll, wenn in bestimmten Situationen z.B. am Betriebsfest zu später Stunde plötzlich Schwulenwitze erzählt werden.
Seit die Eltern von Sascha wissen, dass er schwul ist, setzten sie ihn unter Druck. Sie äußern sich abwertend gegenüber seinem Schwulsein und werfen ihm vor die Familie zu zerstören.
Drei Schwule, davon einer in Drag-Outfit werden während des CSDs am frühen Morgen beim Betreten der U-Bahn auf eine Gruppe Männer aufmerksam, die vom „Schwulenticken” redet. Kurz darauf gehen diese zum Angriff über. Die Schwulen erleiden Verletzungen und einen schweren Schock Es gelingt ihnen schließlich die Angreifer in die Flucht zu schlagen.
Engin wird nach dem Outing in seiner Familie massiv bedroht und geschlagen. Nachdem sein Vater und sein Bruder drohen in umzubringen, wenn er sich weiterhin mit seinem Freund trifft, bringt er sich in einer anderen Stadt in Sicherheit.
Die Kollegen eines Justizangestellten gratulieren zum 17.5 als „Geburtstag aller warmen Brüder” und weisen darauf hin, dass sie solche wie ihn früher noch verurteilt hätten.
Gerd wechselt in eine andere Abteilung innerhalb des gleichen Unternehmens. Schnell stellt er fest, dass er über das „interne Nachrichtensystem” der Firma bereits geoutet ist. Dass ihm unter anderem deshalb große Zurückhaltung gegenüber gebracht wird, sieht er zunächst gelassen. Als er jedoch mitbekommt, dass er von gemeinsamen Mittagessen und internen Besprechungen oft nichts erfährt, ist er beunruhigt, da ihm dadurch wichtige Informationen entgehen. Kurz darauf lassen ihn einige KollegInnen in einer Arbeitsbesprechung mit dem Vorgesetzten im Hinblick auf den Informationsstand eines Projektes völlig auflaufen: ihm fehlen wichtige Informationen und Unterlagen, die den anderen vorliegen.
Marius ist am Arbeitsplatz geoutet. Dies nimmt eine Dreiergruppe von Kolleginnen immer wieder zum Anlass für „scherzhafte” Bemerkungen über sein Sexualleben. Teilweise fühlt sich Marius von neugierigen Fragen der Kolleginnen geradezu bedrängt. Auf einem Betriebsfest greift ihm eine der drei Frauen unter dem Gelächter der anderen an den Po und fragt ihn, ob er nicht mal seinen Geschmack erweitern wolle.
Jörg ist sexuell noch relativ unerfahren. Er ist sich deshalb unsicher, wie weit er gehen soll als er mit Klaus nach Hause geht, den er in einer Kneipe kennen gelernt hat. Er genießt dessen Zärtlichkeiten bis Klaus in ihn eindringen will. Obwohl Jörg dagegen protestiert und versucht, sich umzudrehen, kommt es zum Analverkehr.
Hartmut, der sich wegen sexuellen Kontakten nachts auf einer Autobahnraststätte aufhält, wird bedroht und ausgeraubt.
Hansjörg, der einvernehmlichen Sex mit einem Stricher hatte wird von diesem bis nach Hause verfolgt, bedroht und erpresst.
Norbert trennt bereits nach kurzer Zeit wieder von Klemens. Grund ist dessen extreme Eifersucht und plötzliche Wutanfälle von denen sich Norbert teilweise regelrecht bedroht gefühlt hat. Klemens will die Trennung nicht akzeptieren und beginnt häufig bei Norbert anzurufen. Dabei wechselt er zwischen Bitten und Drohungen, um Norbert zu einer neuerlichen Beziehungsaufnahme zu bewegen. Norbert stimmt schließlich einem Treffen in seiner Wohnung zu, auch weil er sich schuldig wegen der abrupten Trennung fühlt. Das Treffen verläuft zunächst positiv. Als aber deutlich wird, dass es bei der Trennung bleiben soll, löst dies bei Klemens einen erneuten Wutanfall aus: Er verwüstet Norberts Wohnzimmer und bedroht diesen auch körperlich, bevor er mit den Worten „das macht man mit mir nicht!” die Wohnung verlässt.