„Sie terrorisiert mich mit ihrer Eifersucht. Immer will sie wissen, wo ich hingehe, was ich mache, wen ich treffe… Ich habe das Gefühl, am liebsten würde sie mich zu Hause einsperren.”
„Wenn sie was getrunken hat, dann fängt sie an, mich runter zu machen und zu beschimpfen. Ich versuche ihr dann möglichst aus dem Weg zu gehen, bis sie sich wieder beruhigt hat.”
Auch Gewalt in der Partnerschaft umfasst eine ganze Bandbreite von Situationen und Erfahrungen.
Dazu gehören…In den meisten Fällen geht es um Kontrolle und Macht, die eine Partnerin versucht über die andere zu bekommen oder aufrecht zu erhalten.
Manchmal üben beide Partnerinnen wechselseitig gegeneinander Gewalt aus.
„Sie hat mich provoziert…” kann jedoch auch eine Rechtfertigung der misshandelnden Partnerin sein.
„Ich dachte immer, wenn mich eine schlägt, bin ich weg. Aber irgendwie ist es ja immer noch die Frau, die ich liebe…und die hat auch ganz andere Seiten…”
Diese Erfahrung macht deutlich, dass Misshandlungsbeziehungen sehr komplex sind. Täterin und Opfer sind häufig durch einen Kreislauf der Gewalt verbunden: Nach einer Zeit des Spannungsaufbaus, kommt es zu Gewalthandlungen einer Partnerin an der anderen. Danach folgt eine Phase der Versöhnung und Beruhigung bis sich die nächste Spannung aufbaut.
„Hinterher hat es ihr immer sehr Leid getan. Sie hat geweint und hatte Angst, dass ich sie verlasse…”
Dieser Kreislauf zusammen mit Schuld- und Schamgefühlen machen es der misshandelten Partnerin schwer, Abstand zum Geschehen zu bekommen und die Gewaltbeziehung zu verlassen.
Dazu kommt, dass Gewalt in lesbischen Beziehungen immer noch ein Tabu darstellt:
„Dass ich von einer Frau, meiner Partnerin, vergewaltigt werden könnte, hätte ich niemals geglaubt. Ich wusste nicht, mit wem ich darüber reden sollte”